Félicette – die erste Katze im Weltraum

Félicette war eine kleine schwarz-weiße Katze aus Paris – und wurde 1963 zur ersten (und bis heute einzigen) Katze, die erfolgreich ins Weltall flog und lebend zurückkehrte. Ihr Flug ist ein faszinierendes, aber auch ambivalentes Kapitel der Raumfahrtgeschichte.

Hintergrund: Tiere im Wettlauf ins All

In den 1950er- und 1960er-Jahren befanden sich die Supermächte mitten im sogenannten „Wettlauf ins All“. Bevor Menschen ins All geschickt wurden, testeten Wissenschaftler die Auswirkungen von Schwerelosigkeit und extremen Beschleunigungen an Tieren. Bekannt sind etwa die sowjetische Hündin Laika oder der Schimpanse Ham. (Wikipedia)

Auch Frankreich beteiligte sich an dieser Forschung und entschied sich für Katzen als Versuchstiere, da ihr Gleichgewichtssinn besonders gut ausgeprägt ist. (Star Walk)

Auswahl und Training

Für das französische Raumfahrtprogramm wurden insgesamt 14 Katzen ausgewählt, viele davon Streuner aus Paris. Félicette trug zunächst nur die Bezeichnung „C 341“. (wamiz.de)

Die Tiere wurden intensiv vorbereitet:

  • Training in Zentrifugen (zur Simulation von Beschleunigung)
  • Gewöhnung an enge Raumkapseln
  • medizinische Eingriffe, etwa das Anbringen von Elektroden zur Messung der Hirnaktivität (TierWelt)

Félicette wurde schließlich ausgewählt, weil sie besonders ruhig und belastbar war.

Der Flug ins All

Am 18. Oktober 1963 startete Félicette an Bord einer französischen Véronique-Rakete. (Wikipedia)

Wichtige Daten der Mission:

  • Höhe: etwa 157 Kilometer (damit offiziell im Weltraum)
  • Flugdauer: ca. 10–13 Minuten
  • Schwerelosigkeit: etwa 5 Minuten (Welt der Katzen)

Während des Flugs wurden ihre Hirnaktivität, Atmung und Herzfrequenz gemessen. Trotz hoher Belastungen – bis zu etwa dem 9-fachen der Erdbeschleunigung – blieb sie ruhig. (Deutschlandfunk)

Nach der Landung kehrte die Kapsel per Fallschirm zur Erde zurück – mit Félicette an Bord, lebend.

Das tragische Ende

Obwohl die Mission erfolgreich war, nahm die Geschichte kein glückliches Ende:
Félicette wurde einige Monate nach dem Flug eingeschläfert, um ihr Gehirn wissenschaftlich zu untersuchen. (Welt der Katzen)

Aus heutiger Sicht wird dieses Vorgehen oft kritisch bewertet und wirft ethische Fragen zur Tierforschung auf.

Späte Anerkennung

Lange Zeit blieb Félicette weitgehend unbekannt. Erst Jahrzehnte später erhielt sie Aufmerksamkeit:
2018 wurde ihr zu Ehren eine Statue in Straßburg errichtet, die an ihren Beitrag zur Raumfahrt erinnert. (wamiz.de)

Bedeutung

Félicettes Flug lieferte wichtige Erkenntnisse über die Auswirkungen von Raumflügen auf das Nervensystem von Lebewesen. Gleichzeitig steht ihre Geschichte symbolisch für die Opfer, die im Zuge wissenschaftlicher Fortschritte gebracht wurden.


Quellen

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