Wenn wir über Weltraumschrott sprechen, denken wir meist an Trümmer, die ewig in der Umlaufbahn kreisen. Doch die Schwerkraft gewinnt am Ende fast immer: Irgendwann stürzt jedes Objekt zurück Richtung Erde.
Aber wo genau landet dieser ganze Müll? Hier ist die Antwort auf die Frage, wo die Überreste unserer Weltraum-Abenteuer bleiben.
1. Das „Feuergrab“: Die Atmosphäre
Die gute Nachricht zuerst: Der Großteil des Weltraumschrotts landet gar nicht auf dem Boden.
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Verglühen: Wenn Trümmer mit ca. 28.000 km/h in die Atmosphäre eintreten, sorgt die extreme Reibung für Temperaturen von mehreren tausend Grad.
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Überbleibsel: Kleinere Satelliten und Bruchstücke verdampfen komplett. Nur etwa 10 bis 40 % der Masse eines größeren Objekts überstehen diesen Höllenritt und erreichen tatsächlich die Erdoberfläche.
2. Der „Friedhof der Raumschiffe“: Point Nemo
Für kontrollierte Abstürze großer Objekte (wie die russische Raumstation Mir oder künftig die ISS im Jahr 2030) nutzen Raumfahrtagenturen den wohl einsamsten Ort der Welt: Point Nemo.
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Lage: Mitten im Südpazifik, über 2.600 Kilometer vom nächsten Festland entfernt.
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Besonderheit: Da dort kaum Schiffe fahren und fast keine Meeresbewohner existieren (aufgrund fehlender Nährstoffe), ist es der sicherste Ort für „Bruchlandungen“. Auf dem Meeresgrund liegen dort bereits über 260 Raumfahrzeuge.
3. Spektakuläre Landungen auf festem Boden
Obwohl die Chance, von Weltraumschrott getroffen zu werden, bei etwa 1 zu mehreren Billionen liegt, gibt es immer wieder Funde auf dem Festland:
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Kanada (2024): Erst im Frühjahr 2024 landete ein ca. 40 kg schweres Raketenteil auf einem Feld in Saskatchewan.
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Australien (1979/2022): Berühmt wurde der Absturz der US-Raumstation Skylab 1979 über dem Outback. 2022 fand ein Schafbauer in New South Wales ein drei Meter hohes Trümmerteil einer SpaceX-Kapsel, das wie ein schwarzer Monolith im Boden steckte.
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Saudi-Arabien (2001): Ein massiver Titan-Tank einer Delta-II-Rakete landete fast unversehrt in der Wüste.
4. Die „unsichtbare“ Landung: Feinstaub in der Stratosphäre
Ein ganz neuer Fokus der Forschung (Stand 2025/2026) liegt auf dem, was nicht unten ankommt. Beim Verglühen von Satelliten werden enorme Mengen an Metallen (vor allem Aluminium) in der oberen Atmosphäre freigesetzt.
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Das Problem: Diese Partikel landen als mikroskopischer Staub in der Stratosphäre und könnten dort langfristig das Klima oder die Ozonschicht beeinflussen. Der „Schrott“ landet also quasi in der Luft, die wir atmen.
Warum hören wir so selten davon?
Die Erde besteht zu 70 % aus Wasser und weite Teile des Festlands sind unbewohnt (Wüsten, Tundren, Gebirge). Die Wahrscheinlichkeit ist also extrem hoch, dass ein Teil irgendwo im Ozean versinkt oder in einer unbewohnten Wildnis landet, ohne dass es jemals jemand bemerkt.
Wusstest du, dass es rechtlich genau geregelt ist, wem der Müll gehört, wenn er in deinem Garten landet? Möchtest du wissen, ob du das Teil als Souvenir behalten dürftest?